Schellenberg Banner
>Home< >Geschichte< >Verwaltung< >Wirtschaft<

Links

EXSchellenberger
Siebenbürger.de
M. Szegedi-Kirr


Infos bei Wikipedia
Email-Liste


Primăria Şelimbăr
Ziarul de Sibiu
Tribuna


Kleine Heimatkunde

1233 wird Schellenberg das erste mal urkundlich erwähnt. Bei der Beurkundung einer Schenkung werden die Gräfen "Henzco" und "Henning" als Zeugen aufgeführt.
Auch sonst treten im Laufe des 14. Jahrhunderts in den Urkunden Gräfen dieses Ortes in Erscheinung, das letztemal 1382. Der bedeutendste unter ihnen war Gräf Stephan von Schellenberg, der in Urkunden aus den Jahren 1349-1370 mehrmals als Mitglied der Hermannstädter Stuhlversammlung sowie als Grundbesitzer in Schlatt (nördlich von Alzen) und Kleinenyed (bei Reussmarkt) erwähnt wird.

Ein Gräf Peter wird 1375 als Besitzer von Gainari (Konradsdorf) genannt, ein Zeichen, dass diese Gräfen ihr Machtgebiet auf den Adelsboden verlegten und wohl auch später im ungarischen Adel aufgingen.
1327 ergibt sich Streit um Zehnteinkünfte zwischen den Plebanen von Heltau und Schellenberg, der zugunsten von Schellenberg entschieden wird.
1339 wir vor dem Gericht des Hermannstädter Stuhles ein Hattertstreit zwischen dem Gräfen Nikolaus von Talmesch und den Schellenbergern entschieden. Die Schellenberger erklärten dass das strittige Gebiet seit der Gründung des Dorfes ihnen gehört habe. Im Laufe der Verhandlungen gibt Gräf Nikolaus von Talmesch, ein mächtiger Herr, zu, dass er dieses Gebiet tatsächlich gewaltsam an sich gerissen habe. Es erfolgt nun eine Hattertbegehung. Ein Waldgebiet und ein Gebiet mit Gesträuch soll gemeinsam benützt werden. Auf der Seite diesseits des Zoodt aber dürfen die Talmescher hinfort keine Grundstücke benützen. Wenn die Schellenberger jenseits des Alt in ihrem Wald zu tun haben, dürfen sie unbehindert ein den Talmescher gehöriges Hattertgebiet überqueren.

Schellenberg ist durch diese Urkunde erwiesenermaßen ein freies Königsbodendorf des Hermannstädter Stuhles.
1342 ist wiederum Streit zwischen Heltau und Schellenberg, diesmal wegen einem Brombeerwald, den sich die Heltauer angeblich mit Gewalt angeeignet haben. Vor der Versammlung des Hermannstädter Stuhles kommt es zu einem Ausgleich demgemäss die Heltauer den Schellenbergern den Brombeerwald überlassen. Streit gibt es zwischen Heltau und Schellenberg abermals 1349, und zwar wegen einem am Schewis gelegenen Landstrich. Ein Urteil der 7 Stühle erfolgt zugunsten der Schellenberger. Diese hatten die Heltauer beschuldigt, in unrechtmäßiger Weise Grenzzeichen und Gräben errichtet zu haben. Das strittige Gebiet senkt sich von einem Ort "Steinweg" genannt, gegen Hermannstadt zu herab. Der Schewis wird als Grenze zwischen den beiden Hattertgebieten festgelegt.

1412 gibt es wieder Konflikt mit Talmesch. Oft haben die königlichen Kastellane der "Landeskrone" bei Talmesch sich Willkürakte erlaubt. Dieses bekamen auch die Schellenberger zu spüren und sie beklagten sich nun, dass der adlige Kastellan Konrad ihnen Gebiet weggenommen habe, und zwar solches, das bereits 1339 durch dar erwähnte Urteil ihnen zugesprochen worden war.
Im Jahre 1468 gab es in Schellenberg 56 Häuser. Damit gehörte die Gemeinde zu den mittelgroßen Orten des Hermannstädter Stuhles, zusammen mit Hammersdorf (58) und Kleinscheuern (58). Aus der Zeit um 1500 ist uns eine Aufzeichnung erhalten geblieben die berichtet das in "Schellenbruch" 46 Hauswirte, 2 Arme, 2 Hirten, 1 Müller und ein Schulmeister leben. Auffällig ist hier dass so frühzeitig schon, infolge der Erwähnung eines Schulmeisters, sich eindeutig das Vorhandendasein einer Schule nachweisen lässt. Der älteste namentlich bekannte Lehrer an dieser Schule ist Simon Scolasticus (1526).

Im Jahre 1473 wurde Blasius Symons de Schellenbruch an der Krakauer Universität immatrikuliert und erwarb dort 1477 den Grad eines Bakkalaureus. Ebenfalls in Krakau studierte 1506 Bernhardus Georgi de Szelemberg, während Georgius des Schellenberck 1490 in Leipzig als Student eingeschrieben wurde.
Im 16 Jahrhundert ist ein Pleban mit Namen Thomas Wal erwähnt, der sich in besonderer weise hervorgetan hat. Er hatte nach seinem 1511 begonnenen Studium die Magisterwürde an der Hochschule in Wien erlangt (1514), war Rektor der in Entwicklung begriffenen Schule in Hermannstadt gewesen (1517-1519), hielt später sogar in Wien Vorlesungen über Horaz und Ovid (1520) und wirkte dort als Vertreter der Studenten seiner Heimat an der Hochschule (1521). 1524 kehrte Thomas Wal nach Siebenbürgen zurück und ist in den Jahren 1525-1528 als Pleban von Schellenberg nachweisbar. Er ist vor allem durch humanistische Studien hervorgetreten. Oft haben Menschen seines Formates in Siebenbürgen Plebanstellen in der Nähe kultureller Mittelpunkte erhalten.
Zu leiden hatte Schellenberg besonders dann, wenn feindliche Einfälle den Frieden Siebenbürgen trübten. Bei den Türkeneinfällen von 1438, 1442, 1457, 1479 und 1493 war die Gemeinde Schellenberg wahrscheinlich direkt oder indirekt in Mitleidenschaft gezogen, auch wenn wir darüber keine schriftlichen Aufzeichnungen besitzen.

Aus den Jahren 1507-1509 haben wir Kenntnis über Unterstützungsgelder für Bauarbeiten an der Schellenberger Kirchenburg, die den Bewohnern Zuflucht und Schutz gewähren sollte.
Als der verderbenbringende Thronstreit zwischen den Fürsten Johann Zapolya und dem Habsburger Ferdinand in Siebenbürgen ausgetragen wurde, kamen auch in die Hermannstädter Gegend Truppen, die Zapolya unterstützten. Da wird und aus 1529 berichtet dass sie die Orte "Nependorf, Schellenberg, Aw, Moha und Vesta" niedergebrannt haben. Zu Ende dieser unheilreichen Zeit wird 1539 festgestellt, dass die Gemeinde durch das Kriegsgeschehen so viel gelitten hatte, dass ihr für 4 Jahre alle Steuern erlassen werden müssen.

Im Jahre 1539 wurden in Schellenberg nur noch 38 Wirte gezählt. Es dauerte Jahrzehnte, bis im Jahre 1572 die Bevölkerung auf 80 Familien angewachsen war.
Im Jahre 1525 wurden die Hattertgrenzen zwischen Schellenberg und Talmesch revidiert.
Aus dem Jahre 1552 haben wir Nachrichten über einen Hattertstreit zwischen Schellenberg und Baumgarten (vgl. NW Nr. 9463/23.Okt. 1979)
Eine Folge der längeren friedlichen Entwicklung war auch dass im Jahre 1577 durch ein Privilegium des siebenbürgischen Wojwoden Christoph Bathori den ausländischen Kaufleuten gestattet wurde ihr Waren bis nach Schellenberg zu bringen und sie hier zu lagern und verkaufen.

Das bedeutendste Ereignis aus der Geschichte der Gemeinde ist - wie allgemein bekannt - die Schlacht bei Schellenberg am 28. Oktober 1599, in der Michael der Tapfere, der Fürst der Walachei, das Heer des siebenbürgischen Fürsten Andreas Bathori besiegte. So bedeutete die Schlacht bei Schellenberg eine entscheidende Etappe bei der ersten Vereinigung der Walachei, Siebenbürgens und der Moldau durch Michael den Tapferen. Heute ehrt ein Denkmal auf dem ehemaligen Schlachtfeld dieses wichtige historische Ereignis.



Dr. Helmut Klima



Valid XHTML 1.1 strict! / Valid CSS! - © 2012 by selimbar.ro - Impressum -